Islamophobie und sekundärer Antisemitismus

3. Februar 2010 | Von msuess | Kategorie: Aufgelesen

Wir haben am 27. Januar der Opfer des Holocaust gedacht, schreibt Christine Buchholz, auch Mitglied im geschäftsführenden Parteivorstand der Linkspartei und friedenspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag.

Die Linke habe den Gedenktag lange eingefordert, und sie sei froh, daß es ihn endlich gibt. Selbstverständlich habe sie an der Gedenkveranstaltung teilgenommen und sich bei der Würdigung der Opfer erhoben. An dieser Stelle wurde ein Riss, ein tiefer ideologischer Graben innerhalb dieser kleinesten aller im Bundestag vertretenen Parteien deutlich. Sahra Wagenknecht war nämlich nicht aufgestanden, als Schimon peres die Gelegenheit nutzte, die BRD auf einen Krieg gegen Iran einzustimmen.

Michael Leutert, ein sächsischer Abgeordneter der Linksfraktion im Bundestag, hatte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung seiner Kollegin Sahra Wagenknecht die Eignung für eine Führungsposition in der Partei dessentwegen abgesprochen.

Doch nicht nur diese Partei zerlegt sich an dieser Frage, der Riss geht quer durch die bundesdeutsche Bevölkerung.

Kennen Sie Alan Posener?

Die Antwort auf diese Frage ist etwas Millieubedingt. Die einen kennen, lesen und zitieren ihn seit langem, anderen hingegen dürfte er eher unbekannt sein, da er in früheren Jahren auch als Kader des Kommunistischen Studentenverbands und der maoistischen KPD aktiv war, was diesen anderen gemeinhin als Blendwerk der Hölle erscheinen muß.

Auf dem Blog Starke Meinungen hat er gestern zur Problematik des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, und damit verwandte Themen einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht, den ich Ihnen gern ganz zu lesen nahe legen möchte.

Einen Auszug daraus gibt es hier schon mal:

“Dieses Jahr können sich diejenigen freuen, die [...] genug vom Gedenken haben. Im Vorfeld des diesjährigen Holocaust-Gedenktages haben sich jüdische Autoren ähnlich geäußert. Und, wie man weiß, ist das wichtigste Argument des Antisemiten immer: „Das sagen ja die Juden selber!“ In der israelischen Zeitung Ha’aretz schrieb der in Berlin lebende New Yorker Benjamin Weinthal: “Die Erinnerung an die Shoah ähnelt in Deutschland inzwischen einer Form von Zwangsneurose” – dem Waschzwang nämlich.

Und ausgerechnet im “Tagesspiegel”, dem Zentralorgan des West-Berliner Juste-Milieus, startete Weinthals Förderer Henryk M. Broder (bekannt durch Bücher wie „Die Irren von Zion“ und „Deutsche Leidkultur“) einen Angriff auf “Jammerjuden, die in jeder Talkshow erzählen, wie viele Angehörige sie im Holocaust verloren haben und wie sehr sie sich heute vor der NPD fürchten”.

Zum vollständigen Artikel gelangen Sie hier

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