Nachlese zum Ex-Bombodrom Kyritz-Ruppiner Heide
21. Juli 2009 | Von msuess | Kategorie: AktuellesIn den letzten Wochen und Monaten ist, ob der immer neuen Schreckensmeldungen zur größten Wirtschaftskrise seit etwa 80 Jahren, ein dennoch wichtiges Thema fast untergegangen, das Anlass zur Freude gibt:
Die Schließung des größten Bombenabwurfplatzes Europas nahe Berlin. Am 13. Juli lief die Frist ab, bis zu welcher der Verteidigungsminister der BRD, Franz-Josef Jung, gegen ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg in Berufung hätte gehen können. Schon zum 30. 06. 2009 war bekannt, dass das Gericht die Inbetriebnahme des Bombodroms mit der Begründung einer fehlenden “planerischen Gesamtabwägung” durch die Betreiberin, die Bundeswehr, gestoppt hatte.
So wie ich hatten mehr als 17.500 Menschen den Appell an Herrn Jung unterzeichnet, die Pläne für das Bombodrom endlich zu den Akten zu legen.
Die Aktionsgruppe campact hatte für die für den 13. Juli geplante Protestkundgebung rürig, mit einer Professionalität, die der von Brot für die Welt oder WWF kaum nachsteht, schon lange vorher zu großzügigen Spenden aufgerufen:
Jetzt, kurz vor der Entscheidung, wollen wir den Appell und die Zahl der Unterzeichner/innen dort veröffentlichen, wo es den Minister nicht kalt lässt: Mit Anzeigen in Tageszeitungen in seinem Wahlkreis Groß-Gerau bei Frankfurt, wo er zur Bundestagswahl als Direktkandidat antritt.
Machen Sie die Anzeigen mit Ihrer Spende möglich!
Mit herzlichen Grüßen
Felix Kolb
PS. Ihren Beitrag können Sie auch auf unser Spendenkonto überweisen:
Campact e.V.
KontoNr. 6980000251
Stichwort: Bombodrom
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 25120510
–
Campact e.V. – Demokratie in Aktion
Artilleriestraße 6
27283 Verden/Allerhttp://www.campact.de
Hast fein gemacht, drum wirste auch nicht ausgelacht, Felix! So engagierte Spendeneinwerber dürfen nicht bloß bei den ganz großen, weltweit agierenden NGOs arbeiten, auch dann nicht, wenn deren Arbeit dort viel besser vergütet wird.
Mein Dank gilt dem lieben Felix auch für die Erwähnung dessen, das der schwarz-rote Bundesverteidigungs-minister im Wahlkreis Groß-Gerau bei Frankfurt an der Oder hofft, aufgrund seiner halluzinierten, extremen Beliebtheit am 27. September 2009 – ja richtig – in nicht mal 2 Monaten, per Direktmandat in den deutschen Bundestag wieder gewählt zu werden.
Ganz unabhängig von der durch Herrn Jung nicht wahrgenommenen Einspruchsfrist; das riesige Gelände sollte zu 26 % seiner Fläche nur militärisch genutzt werden, schließen wir von der Volksinitiative uns der Hoffnung und der Bitte, der Aufforderung von campact in diesem Falle an:
Liebe MitbürgerInnen des Wahlkreises
Groß – Gerau bei Frankfurt an der Oder,
tun Sie am 27. 09. ihr Bestes, damit dieser Herr
nicht mit Ihren Stimmen direkt in den Bundestag gewählt wird!
Es gibt auch andere Gründe, die dagegen sprechen, daß dieser Herr dort wieder rein kommt! In den Achziger Jahren etwa hat man gleichmütig alle unpolpulären PolitikerInnen nach Europa, also ins europäische Parlament, geschickt, wo sie und ihre “Arbeit”, wie etwa Sylvana Koch-Mehrin, um nur eine zu nennen, der öffentlichen Kontrolle weitestgehend entzogen waren. Mit dem Europaparlament ist es etwa so ähnlich wie mit bürgerlich-mythischen Gedanken über die (christliche) Hölle:
Ist die nämlich zugefroren, sagt der Volksmund, kommen die ganzen Bösewichter wieder auf die Erde, in unserem Fall den Bundestag, zurück. Für unsere LeserInnen, die von der Besonderheit um Frankfurt nichts wissen, hier ein Kinderreim:
Weil Frankfurt so groß ist
drum teilt man es ein -
in Frankfurt an der Oder,
und Frankfurt am Main.
Für eine Schließung dieses Militärübungsgeländes, das, und da nehme ich kein Blatt vor den Mund, mit Ende des Kalten Krieges schlichtweg seine Bedeutung so stark eingebüßt hatte, wie etwa die NSU-Automobilwerke ihre Bedeutung innerhalb des westeuropäischen PKW-Marktes, nachdem sie Teil von Volkswagen geworden waren, sprechen unabhängig von wechselnden Koalitionen und Kriegs- ehem Verteidigungsministern, viele, ja sehr viele Gründe, einer ist das mutige Engagement der AnwohnerInnen dagegen, das einer Odyssee gleicht, denn auch Jason fand eines Tages wieder zurück.
Man kann also getrost von einem Blindflug des Kriegs- ehem Verteidigungsministers Jung in dieser Angelegenheit sprechen, der Vergleich mit Don Quijote drängt sich da dem Autor simultan auf.
Wer noch nie in der Nähe eines Flughafens, an dem Passagierflugzeuge starten, landen, und manchmal gar abstürzten, stand, dem sei gesagt, allein so ein Flugplatz und dessen Umgebung sind schon ungeheuer laut im Betrieb. Dann gibt es noch diese Angewohnheit von Piloten bei schlechtem Wetter etwa,, die bestimmt Sicherheitsaspekten geschuldet ist. Wenn sich die Landung etwa wegen mehrerer verspätet eingetroffener Maschinen verzögert, die Landebahnen besetzt sind, wird etwas, nein der größte Teil des noch vorhandenen Brennstoffes, über der Umgebung des Flughafens, der in Schleifen umflogen wird, abgelassen, damit das Passagierflugzeug nicht mit dem ganzen Brennstoff und den Gästen in dem Fall in Flammen aufgeht, daß die Landung mißglückt.
Vom Debakel um den Tempelhofer Flughafen ist bekannt, daß in der Umgebung von Flughäfen hauptsächlich wenige Gebäude, die direkt zum Flughafen gehören, hoch sein dürfen, was uns zur Kyritz-Neuruppiner Heide führt, in deren unmittelbarer Umgebung hauptsächlich kleine Dörfer liegen. Auch bekannt, etwa vom Münchner Flughafen, ist, daß, wo große Häuser nicht stehen, die Menschen gern dem Boden Früchte aller Art abringen, alle vom Regen ins Grundwasser gespülten Giftstoffe nicht im Grund und Boden des eingezäunten Militärübungsgeländes verbleiben.
So versuchen die einen, auf alt bekannte, ihnen vertraute Art, den Boden zu kontaminieren, oder sind einfach nur froh, wenn sie mit ihren Allwetterjagdflugzeugen bei jedem Wetter wieder heile runter kommen, ohne die teuren Kriegsgeräte / Spielzeuge für Erwachsene dabei zu beschädigen, während die anderen versuchen, genetisch manipuliertes Saatgut, das besser Saatschlecht hieße, in den ewigen Kreislauf der Natur einzubringen, über dessen Wirkung bisher nur das Bienensterben wenigen bekannt ist. Doch zu dieser Problematik ein andermal. Hier geht es um die Freie Heide, die, das kann man hier gut sehen, an viele bewohnte Orte grenzt.

Dann sei noch erwähnt, daß dieser Landstrich nicht erst von den Verantwortlichen der DDR herunter gewirtschaftet wurde, sondern bereits Friedrich II. von Preußen seine Gottesfürchtigkeit nicht zu echtem Wohlstand verhalf, sondern relativem gegenüber seinen Untertanen, denn die wies er in Ermangelung von Geld und Gold an, riesige Gebilde aus Pappmachée in seinen Residenzen mit Goldfarbe anzustreichen.
Ist also das Bombodrom ein Ex-Bombodrom, besteht eine kleine Hoffnung, diese strukturell arme Gegend touristisch erschießen zu können, damit wenigstens einige dort Lebende etwas wohlhabender werden. Manche Leser erinnern sich bestimmt auch, daß die NVA, gewiß unterstützt von Verbänden ihrer Bruderarmeen aus Osteuropa, Ende der Achziger Jahre nahe dem Kernkraftwerk Greifswald ein Luftmanöver veranstaltete, das sich Erich Honecker nach alter Väter Sitte im Kreise seiner Lieben und Strohhut auf dem Kopf anschaute. In der Fachsprache sagt man besser: ‘er nahm das Manöver ab.’ Was in diesem Falle nichts am Akt an sich, und, damit hatten die Nach-Richten-Sprecher damals sicher Recht, ändert, daß Manöver, Kriegsspiele mit scharfer Munition nicht in der Nähe von Siedlungsgebieten, schon garnicht in der Nähe von Kraftwerken, stattfinden sollten.
Damals kam die Rüge für solche Unachtsamkeit der DDR-Potentaten aus den Mündern der Kommentatoren und westdeutschen PolitikerInnen wie Dauerfeuer aus dem Lauf einer Selbstschußanlage, wie sie angeblich dicht an dicht den Schutzwall und die Errungenschaften dahinter einst sicherten. Wer weiß? In so genannten Egoshootern, Ballerspielen des 21. Jahrhunderts, die komischerweise oftmals Dieselben verbieten wollen, die mit Angriffskriegen auf andere, ehedem arg gebeutelte Länder und deren EinwohnerInnen kein Problem haben, gibt es sie. Virtuell.
Also Herr Jung, und alle, die nach ihnen kommen: ” mit zweierlei Maß zu messen, galt in der Zeit, da der Handel von Dorf zu Dorf, Stadt zu Stadt, prosperierte, als Falschspiel, die Falschmünzerei als andere strafbare, verachtenswürdige Handlung, ist hiervon nicht weit weg entfernt. Und, wurde der Euro als Zahlungsmittel nicht auch dessentwegen eingeführt, um einer Sorte Falschmünzer das Handwerk zu legen?
Seien sie darob zu sich selbst und zu ihren Mitmenschen aufrecht, messen besser nicht mit zweierlei Maß, wenngleich eben das 20 Jahre nach der Annexion der DDR umso mehr der Trendsport der MeinungsmacherInnen und ihrer Büttel in der Politik ist!”
Nicht unerwähnt lassen möchte ich meinen guten Freund in Tessin bei Rostock, Hans Rothe, Landesvorstandsmitglied der Partei SAG von Mecklenburg-Vprpommern, der mir viel Material für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat. Danke!
Zu welchem meiner Artikel passte das Peace-Zeichen besser, als zu diesem hier? Deshalb noch eine Anmerkung zur Geschichte dieses Symbols:
Wie seit einigen Jahren in Irak und Afghanistan bis an die Zähne mit modernstem Tötungsgerät bewaffnete ‘Aliens’ (das heißt auch Fremde, Anm. d. R.) Shock and Awe, Angst und Schrecken unter der Zivilbevölkerung dort verbreiteten, tat solches die Königliche spanische Armee mit den Mauren, da sie unwillig waren, eine neue, nämlich die christliche Religion, und mit ihr Aliens als ihre neuen Herrscher anzunehmen. Solches geschah den spanischen Conquistadoren auch anderswo, was den Verdacht erhärtet, es liegt an der Heilslehre und der Art, wie sie vermittelt wird. Die “Wilden” hatten oftmals keine Schreibsprache zu ihrer Verständigung, von einem Inka-Stamme wird berichtet, daß ihr Anführer eine Bibel gleich einer Muschel an sein Ohr hielt, und, da nicht mal Rauschen, wie bei einer Muschel, heraus kam, warf er das Buch in den Staub neben sich. Heute, da das Lesen weiter verbreitet ist, muß das nicht mehr geschehen, und ich empfehle meinen LeserInnen, die Bibel oft zu lesen. Auf vielen Exemplaren ist vorn ein Kreuz drauf, ein Kreuz, das an den Opfertod des vermeintlichen Religionsstifters, eines Jesus von Nazareth, erinnern soll. Die spanischen Conquistadoren hatten Standarten, und sicher auch, wie die Wehrmacht, Standartenführer, welche sie trugen. Beritten oder nicht, ist hier unerheblich, wie diese Standarten aussahen, was sie zeigten, nicht. Bei den einen waren es Symbole alter, verschollener Kulturen, die es denen galt, sie für sich zu vereinnahmen, um eine Tradition herauszustellen, die es so eben nicht gab, und bei den anderen auch so etwas ähnliches, jenes Kreuz eben.

Die Mauren oder MauretanierInnen, die mit den neuen Möchte-gern-Machthabern und deren Religion nichts anzufangen wußten, brachen zum Zeichen dessen die waagerechten Balken, an welche der Religionsstifter der Geschichte zufolge mit den Unterarmen genagelt war, fertig war das Symbol der Freidensbewegung.






