GEMA-Gebühren – das geht uns alle an
24. Juni 2009 | Von msuess | Kategorie: AktuellesWer häufiger bei uns liest, hat schon davon erfahren, daß wir, die Volksinitiative, in diesem Jahr gemeinsam mit unseren Freunden von der Organisation des Freigeist-Festivals eine große Feier veranstalten.
Und weil wir Kultur sehr schätzen, treten auf dem Festival auch viele Bands, EinzelkünstlerInnen und DJs mit ihren musikalischen Programmen auf.

Wo immer in der BRD Kleinkünstler und Musikanten auftreten, um ein Publikum zu unterhalten, ist auch die GEMA, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, nicht weit. Und natürlich hat auch die GEMA eine eigene Webseite, auf der sie sich, zu meiner Verwunderung mit beitragend, als Anwalt, also als juristische Vertretung der Entrechteten MusikerInnen darstellt:
Komponist, Songschreiber oder Musikverleger?
Die GEMA vertritt Ihre Rechte. Alle Informationen zu Ihrer Mitgliedschaft finden Sie hier.
Wie das jetzt in Zusammenhang zu der weitergeleiteten Petition steht, die zu unterzeichnen ich Sie bitten möchte? Wer das weiß, darf gern an uns schreiben.
Auch ich wende mich mit dieser Bitte an Sie Alle, an der folgenden Petition an den Bundestag teilzunehmen, sie zu unterzeichnen. Die Registrierung ist sicher und läßt sich innerhalb von 2 Minuten bewerkstelligen.
Es handelt sich um eine SEHR SEHR wichtige Petition, die ALLE betrifft, die Musik machen, Musik hören, gerne auf Konzerte gehen oder generell einem großen kulturell schadhaftem Mißstand in unserem Land entgegentreten wollen: der Tantiemenverteilung der GEMA.
Das Thema wird nur auf die Tagesordnung unseres Parlaments kommen, wenn bis zum 17. Juli 50.000 Unterschriften gesammelt sind, ist etwa auf dem Piratenblog zu lesen. Insbesondere, wer die letzte Petition gegen die Internet-zensur mit unterzeichnet, und womöglich noch Freunde zeitaufwändig dazu motiviert hat, erinnert sich bestimmt an die Reaktion des Bundestages auf die gesammelten ca. 134.000 Unterschriften. Wir berichteten. Die Misachtung der Ergebnisse von Bürgerbegehren und Volksabstimmungen ist kein Grund, nicht neue Petitionen zu starten.
Unter anderem der Piratenblog bittet alle seine LeserInnen, diesen Aufruf an alle Freunde weiterzuleiten, insbesondere Musiker, Blogbetreiber und Journalisten um die Bekanntmachung der Petition und zum Aufruf an deren Teilnahme. Doch ist dieser blog bei Weitem nicht der einzige, auch der staatlich geförderte Musikveranstalter clof e.V. findet eine Entwicklung bedenklich, welcher zufolge Musiker und Kleinkünstler aller Art mit einer beabsichtigen Erhöhung der Gebühren bei Live Musik um 600% (sic!) konfrontiert werden sollen, die sie an die GEMA zu zahlen haben, damit diese wiederum die ordnungsgemäße Verwertung der Rechte der Kreativen dafür übernimmt.
Wenn diese Absicht nämlich so durchgesetzt wird, wird es nicht nur den Veranstaltern schaden, manche, vor allem kleinere Konzerte unmöglich machen, die Preise für Veranstaltungen erhöhen, es ist auch nicht zum Nutzen der Musiker, wie man eigentlich erwarten könnte. Genau so, wie die von Politikern aller im Bundestag vertretenen Parteien angemahnten, gemeinsamen Anstrengungen, die globale Erwärmung einzudämmen, auch vor allem für die vielen armen Menschen eine zusätzliche Belastung ihrer Etats darstellt.
Wer sich also schon länger fragt, warum der oder die Musiker im Freundeskreis richtig Kräfte zehrend tourt, oder getourt sind, Tonträger haben verkaufen können, und dennoch weit davon entfernt sind, so vermögend wie solche Musiker zu werden, die Tag ein Tag aus im Radio gespielt werden, oftmals nebenher arbeiten gehen muß und irgendwann entnervt aufgibt, kann in diesem Prozedere des Geld Sammelns und der Art des Verteilungsschlüssels eine Antwort finden, eine andere in dem Umstand, daß aufgrund der hohen Erwerbslosenrate vielleicht viel mehr, als gut sind, versuchen, mit einer wie auch immer kreativen Tätigkeit sich der ewigen Tretmühle der abhängigen Beschäftigung zu entziehen.
Die von der GEMA eingenommenen Gelder werden nicht nämlich direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem großen Topf. Da fast alle Independent-Artists, solche ohne einen lukrativen Vertrag mit einem großen Verleger, weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga, Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße Künstler, der größte Teil also, werden von der Erhöhung der Gebühren in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro-Bereich eingenommene Gebühren können mit der neuen Gebührenordnung schnell zu einem Centbetrag zusammenschrumpfen.
Bitte nehmen Sie Sich die Zeit!
Voller Titel der Petition ist: Petition: Bürgerliches Recht – Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) vom 19.05.2009
Teilweise vom piratenblog zur Petition entnommen.






